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Strecke 9215 |
WLE-Sennebahn
Bereits 1856 und 1865 gab es erste Pläne die Senneregion an das Eisenbahnnetz anzuschließen, aus verschiedenen Gründen wurden diese aber nicht realisiert. Erst im Februar 1893 beriet schließlich ein Komitee über den Streckenverlauf einer Route von Rheda über Neuenkirchen – Rietberg – Delbrück – Neuhaus nach Paderborn. Die staatlichen Vertreter der Provinz Westfalen lehnten aber jegliche Beteiligung bei der Finanzierung zum Bau und Betrieb dieser Linie ab.
Für die Realisierung des Vorhabens konnte letztendlich die Westfälische Landeseisenbahn-Gesellschaft (WLE) gewonnen werden. Zur Reduzierung der Baukosten wurden als Endpunkte der Bahn die Orte Wiedenbrück und Sennelager festgelegt. Nach dem Beginn der Erdarbeiten im Januar 1901 folgte die Gleisverlegung ab dem Frühjahr 1902.
An der 32,43 km langen Strecke wurden als Bahnhöfe nur Rietberg-Neuenkirchen und Delbrück errichtet, die anderen Stationen als Haltepunkte bzw. Haltestellen ausgeführt. Am Samstag, dem 30. August 1902 gegen 13:00 Uhr fand die Eröffnungsfahrt per Sonderzug statt, zwei Tage später, am 01. September 1902 kam dann die Freigabe für den öffentlichen Verkehr.
Von Anfang an erfolgte auch hier die Beförderung der Post nun per Bahn, wie diese Postkarte, verschickt am 17.07.1903 von Westerwiehe ins Sauerland nach Gleidorf zeigt. Die Zustellung dort wird wohl noch mit der Postkutsche erfolgt sein, da die Bahnstrecke 2862 erst am 01. Oktober 1911 ihren Betrieb aufnahm.

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Kriegsbedingt ruhte der Gesamtverkehr auf der Sennebahn vom Karsamstag, dem 31. März 1945 an bis zum 15.06.1945, als der Personenverkehr wieder aufgenommen werden konnte. Der Güterbetrieb folgte erst später im Herbst des gleichen Jahres.
Auszug aus der Streckenkarte:

Den recht bescheidenen Personenverkehrsfahrplan des Sommerfahrplans 1953 zeigen wir beispielhaft hier:

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Mit Datum vom 31. März 1958 tauschten die WLE und die Deutsche Bundesbahn (DB) die Betriebsrechte auf der Sennestrecke und jene der Linie Beckum – Neubeckum. Am gleichen Tag endete sowohl der Personenverkehr, als auch der Einsatz von Dampflokomotiven auf der Strecke, da die DB den durchaus noch starken Güterverkehr ausschließlich mit Diesellokomotiven bediente. Durch Einstellung des Güterbetriebes zwischen Delbrück und Ostenland am 21. Mai 1966 erlangte die Linie den Status zweier Stichstrecken.
Das bis zum Schluss recht ansehnliche Güterverkehrsaufkommen bis Delbrück wurde auf der inzwischen im Zugleitbetrieb bedienten Strecke mit der in Rheda-Wiedenbrück stationierten Kleinlok der Baureihe Köf III mit einer werktäglichen Bedienfahrt abgewickelt, deren gültiger Fahrplan aus dem Sommer 1976 unten abgebildet ist:

Anfang 1989 bezifferte Kosten zur Oberbausanierung von ca. zwei Millionen DM ließen eine Weiterbedienung gemäß dem Investitionsplan unwirtschaftlich erscheinen. Deshalb kündigte die DB den Pachtvertrag mit der WLE am 07. Juli 1989, die ihrerseits auch nicht bereit war den Bahnbetrieb weiter fortzusetzen. Nachdem am 25.05.1990 der letzte Güterzug der DB alle Wagen auf der Strecke eingesammelt hatte, erfolgte die Gesamtstilllegung zum 28. Mai 1990.
Sämtliche Anlagen und Gebäude der Sennebahn blieben bis zum 20.03.1991 im Eigentum der WLE, die diese dann nach und nach an die Anliegerkommunen verkaufte. Eine Hamburger Gleisbaufirma begann am 10. Juni 1992 mit den Gleisabbauarbeiten bei Westerwiehe, welche sich noch bis zum Januar 1993 hinzogen. Nach den ab 1994 erfolgten Bauarbeiten zur Anlage des obligatorischen Radweges können nun nach deren Abschluss ab 30.07.1995 dort die Pedalritter ihrem Hobby fröhnen.
| Zusammenfassung Streckendaten Strecke 9215 Wiedenbrück – Sennelager | |||||
| Spurweite: 1435 mm, Länge: 32,43 km, größte Neigung: 1:100, kleinster Bogenhalbmesser: 300 m | |||||
| km | Betriebsstelle | Kursbuchstrecke | Wichtige Streckendaten | ||
| von - bis | Nr. | ||||
| 0,0 | Bf Wiedenbrück,ab 1980 Bf Rheda-Wiedenbrück Süd | 1939 | 200 b | 27.02.1893 | Beratung eines Komitees zum Streckenverlauf |
| 0,728 | Anst Hugo Bresser & Co | 1941 - 1945 | 222 f | 00.01.1901 | Beginn der Erdarbeiten |
| 2,5 | Hp Jägerheim | 1953 - 1958 | 222 d | 00.03.1902 | Anfang Gleisverlegung |
| 5,2 | Hst Lintel-Druffel | 30.08.1902 | Feierliche Eröffnung | ||
| 9,135 | Anst Adam Westhoff ⁄ Heinrich Kühlmann | 01.09.1902 | Öffentlicher Verkehr aufgenommen | ||
| 9,2 | Bf Rietberg-Neuenkirchen | 31.03.1945 | Kriegsbedingte Einstellung des Zugverkehrs | ||
| 10,105 | Anst Christoph Bollweg | 15.06.1945 | Wiederaufnahme Personenverkehr | ||
| 13,078 | Anst Gemeinde Westerwiehe | 00.09.1945 | Güterbetrieb wieder aufgenommen | ||
| 13,189 | Anst Franz Westhoff | 31.03.1958 | Ende des Personenverkehrs | ||
| 13,2 | Bf Westerwiehe | 31.03.1958 | Wechsel der Betriebsführung WLE zur DB | ||
| 15,4 | Hst Westerloh | 21.05.1966 | Einstellung GV Abschnitt Delbrück - Ostenland | ||
| 18,4 | Hst Nordhagen | 18.05.1973 | Stilllegung Ostenland - Sennelager | ||
| 18,563 | Anst Stutenkemper | 07.07.1989 | Kündigung Pachtvertrag der DB mit WLE | ||
| 20,930 | Anst Molkerei Brenken & Pieper | 25.05.1990 | Letzte Fahrt eines Güterzuges | ||
| 21,1 | Bf Delbrück | 28.05.1990 | Gesamtstilllegung | ||
| 21,18 | Anst Anton Lewerken | 10.06.1992 | Beginn Streckenabbau | ||
| 26,196 | Anst BBAG Ostenland | 30.07.1995 | Eröffnung Radweg LGS Route | ||
| 26,2 | Bf Ostenland | ||||
| 30,364 | Anst Kalksandsteinwerk Paul Wüseke | ||||
| 32,4 | Bf Sennelager | ||||
Die WLE Sennebahn bildlich gesehen:
Km 0,270 Bahnhof Rheda-Wiedenbrück Süd, Posten 3 Stromberger StraßeAm 19. September 1984 war die Osnabrücker 211 016 im Güterzugdienst rund um Rheda-Wiedenbrück im Einsatz. Im Bahnhof Rheda-Wiedenbrück Süd (bis 1980 Wiedenbrück) schob sie gerade eine lange Schlange G-Wagen an die Ladestraße, als Dietmar Weber-Werning diese Aufnahme anfertigte. Der Wärter vom Posten 3 beginnt schon einmal mit dem Kurbeln der Schranken, damit die ungeduldig wartenden Straßenverkehrsteilnehmer zügig nach Räumung des BÜ Stromberger Straße passieren können.

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