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Bahnhof Eslohe
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Bahnhof Eslohe

Lage und Statistische Daten

Der Bahnhof Eslohe liegt in Streckenkilometer 22,18 im Verlauf der früheren eingleisigen Nebenbahn Finnentrop – Wennemen (Strecke Nr. 2861). Eröffnet wurde diese am 16.01.1911. Nach der Einstellung des durchgehenden Güterverkehrs zum 30.05.1965 wurde Eslohe nur noch aus Richtung Wennemen bedient. Der Personenverkehr endete zum 22.05.1966 auf der Gesamtstrecke. Der Schienenstrang von Eslohe nach Serkenrode wurde offiziell am 01.07.1972 stillgelegt und 1976 abgebaut.

    

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Seine Verbindung nach Wennemen verlor der Bahnhof Eslohe nach einer Kollision eines LKW-Schwertransportes mit der Wennebrücke bei Wenholthausen am 12.06.1992. Ohne je erfolgte Reparatur des Brückenschadens fand letztlich die offizielle Gesamtstilllegung am 30.10.1998 statt.

Die Gleise im Bahnhofsbereich waren bis Herbst 2013 noch vorhanden, lediglich das Ausziehgleis Richtung Serkenrode wurde wegen Ersatz der Landstraßenbrücke durch einen aufgeschütteten Damm gekürzt. Seit dem Mitte der Achtziger Jahre erfolgten Ausbau der Weiche zum Gleis 4 (Baustoffhandel) entbehrlich, bekam sogar der Prellbock noch einen neuen Standort. Durch das Verfüllen des noch im Bahnhofsbereich gelegenen Sallinghauser Einschnittes (Hellebrücke) zwischen Herbst 2013 und Frühjahr 2016 wurden die Gleisanlagen teilweise überschüttet, um die Bodenanlieferung per LKW zu ermöglichen.

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Signaltechnisch wurde auf der Strecke zum 22. Mai 1966 der vereinfachte Nebenbahndienst (BND) eingeführt, später durch die Vorschrift für den Zugleitbetrieb (VZB) abgelöst. Somit stand als Einfahrsignal für die unbesetzte Zuglaufstelle Eslohe nur die obligate Trapeztafel (Zeichen Ne 1) im tiefen Einschnitt bei Sallinghausen. Befand sich zunächst noch ein Hebelbankschloß im ehemaligen Empfangsgebäude, gab es in den Achtziger Jahren nur noch eine Schlüsselsperre in Höhe des Gebäudes am Gleis 1, in der mit dem Betriebsschlüssel die benötigten Weichenschlüssel freigeschlossen werden konnten.


Ort

Die als Luftkurort anerkannte und zum Hochsauerlandkreis gehörende Flächengemeinde Eslohe liegt im Bereich des Naturparks Homert. Sie zählt zu den ältesten Kirchendörfern des Sauerlandes und wurde erstmalig im Jahre 1204 erwähnt. Nennenswert ist das Maschinenbau- und Heimatkundemuseum in direkter Nachbarschaft des Bahnhofes sowie die Einbindung in den Sauerland-Radring, welcher auf der alten Trasse Richtung Serkenrode - Schönholthausen verläuft.


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Fahrzeuge und Verkehr

Im Personenverkehr kamen hauptsächlich dampflokbespannte Zuggarnituren zum Einsatz. Zum im Jahr 1966 eingestellten Personenverkehr (Kursbuchtabelle 239 e) verkehrten noch drei aus Schienenbusen gebildete Zugpaare. Im Sommerfahrplan 1963 gab es eine Eilzugverbindung Köln - Olpe - Wennemen - Brilon - Paderborn ("Kardinalszug") mit V 100 und Silberlingen und im Folgejahr eine in der Relation Köln - Holzminden. Von 1961 bis 1964 kamen wegen der Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke Umleitergüterzüge mit schweren Dampfloks der Baureihe 44 durch Eslohe.

Im Jahre 1988 erfüllte nochmals kurzfristig Leben den Güterbahnhof Eslohe, als die Landesforstverwaltung den abgelegenen Bahnhof längerfristig für Holzverladungen auf Ganzzüge nutzen wollte. Sogar ein eigener Holztransportwagen wurde im Esloher Bahnhof von einem örtlichen Stahlbauunternehmen gefertigt und im September 1988 zugelassen. Geplant war die Fertigung einer kompletten Ganzzuggarnitur. Wegen zu geringer zulässiger Ladetonnage unterblieb dann aber ein Serienumbau. Nach langer Standzeit in Eslohe wurde der Wagen schließlich zur Verschrottung nach Neheim-Hüsten abgefahren.

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Nachdem sich aufgrund von gescheiterten Frachtpreisverhandlungen der Holzverkehr Anfang 1989 zerschlagen hatte, kamen in der Folge mehr Sonderzüge als Regelzüge in den Endbahnhof. Die letzte größere Frachtmenge waren dann acht am 10. Oktober 1991 von einer 365 beförderte Td-Wagen mit Streusalz für den Baubetriebshof. Im Winterfahrplan 1991 ⁄ 1992 wurde der Bahnhof an jedem 1. Dienstag im Monat von einer V 60 erreicht, die den Rangierer zum Weichen abschmieren beförderte. Die letzte bekannt gewordene Fahrt mit Wagen nach Eslohe fand am 25.11.1991 mit einem Dienstzug zur Bauwerksüberwachung statt.

Zuletzt waren 1992 folgende Fahrten bei Bedarf Werktags außer Samstags mit Lok der Baureihe 212 zur Bedienung von Eslohe vorgesehen: Üg 69966 Bergerhammer Anst 09.45 Uhr - Eslohe 09.59 Uhr ⁄ Üg 69965 Eslohe 10.15 Uhr - Wenholthausen 10.22 Uhr (weiter nach Schmallenberg 11.33 Uhr). Die Gesamtkosten des Bahnbetriebes (Betriebsführung und Vorhaltung der Anlagen) wurden übrigens bis zum Schluss gemäß EWG-Verordnung aus Bundesmitteln bestritten (Finanzausgleich zur Aufrechterhaltung von unwirtschaftlichen Strecken).

Liste der Personensonderzüge im Bahnhof Eslohe (vom 01.01.1983 bis zur Stillegung):
DatumAnlaßFahrzeuge
02.06.1984Schienenbusabschied beim Bw Bestwig, DGEG798-Garnitur 4-teilig
01.06.1986Gesellschaftssonderzug, BFS624-Garnitur 4-teilig
20.09.1987Gesellschaftssonderzug, BSW-Gruppe Neheim-Hüsten212 292 + 2 Bnb (geschoben ohne Umsetzten)
27.08.1989Fotosonderzug AG Nebenbahn796-Garnitur 3-teilig
30.12.1989Gesellschaftssonderzug VLV Lübeck212 306 + Wendezug (Bndrfz + LBE-Doppelstockwagen, geschoben)
05.05.1990Präsentationsfahrt Baureihe 628.2628 330 + 628 349
23.03.1991Gesellschaftssonderzug216 119 + Wagen + V 200 033


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