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Strecke 2861
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Strecke Finnentrop – Wennemen (2861)

Abschnitt Finnentrop – Wenholthausen

Nach Inbetriebnahme der Ruhr-Sieg-Strecke im August 1861 gab es Überlegungen, eine Verbindungslinie über Eslohe zur Oberen Ruhrtalbahn zu schaffen. Bei der Bearbeitung der Trasse waren mehrere, teilweise imposante Kunstbauten zu erstellen, so Lenhauser und Kückelheimer Tunnel, die Fischbauchbrücke über die Wenne und die Ruhrbrücke bei Berge.

    

Am 16.01.1911 konnte der Betrieb aufgenommen werden. Der Bahnhof Wenholthausen wurde durch den Bau der Strecke von Altenhundem am 01.10.1911 zum Abzweigbahnhof, wobei die Streckengleise beider Trassen etwa zwei Kilometer bis zur Wennebrücke parallel verlegt wurden.

In Storms-Kursbuch für den Sommer 1911 ist der erste Fahrplan bereits enthalten, die in Wenholthausen abzweigende Strecke in Richtung Fredeburg auch schon in der Tabelle vorgesehen. Es hat sich auch gleich ein Druckfehler eingeschlichen der hier unschwer zu finden ist:

     

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Man kann davon auszugehen, das mit Eröffnung der Linie durch das Frettertal auch die Postbeförderung mit der Bahn begann, wie diese Grußkarte aus dem zweiten Betriebsjahr, verschickt am 28. März 1912 von Fretter nach Hagen, vermuten lässt:

    

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Zusammenfassung Streckendaten Strecke 2861 Abschnitt Finnentrop – Wenholthausen
Spurweite: 1435 mm, Länge: 26,46 km, größte Neigung: 1:50, kleinster Bogenhalbmesser: 300 m
kmBetriebsstelleKursbuchstreckeWichtige Streckendaten
von - bisNr.
0,00Finnentrop1914 - 1926151 c25.05.19001. preußisches Gesetz zum Bau und Betrieb der Strecke
3,74Schönholthausen
bis 30.09.1911 Müllen
1927 - 1934151 h25.07.19102. preußisches Gesetz zum Bau und Betrieb der Strecke
6,16Deutmecke1935 - 1936218 a14.01.1911feierliche Eröffnung
9,40Fretter1937 - 1939218 n16.01.1911Aufnahme des öffentlichen Personen- und Güterverkehrs
12,99Serkenrode1940 - 1953239 c14.05.1945Wiederaufnahme des Betriebs nach dem 2. Weltkrieg
15,74Fehrenbracht
bis 31.12.1913 Bracht
1954 - 1962239 h1956Einführung des vereinfachten Nebenbahnbetriebs
18,91Kückelheim1963 - 1966239 e28.03.1960Beginn Güterzugumleiterverkehr Ruhr-Sieg-Strecke
22,18Eslohe30.05.1965Ende durchgehender Güterverkehr Finnentrop – Wennemen
26,46Wenholthausen22.05.1966Einstellung Reisezugverkehr Finnentrop-Wennemen
25.09.1966Stilllegung Gesamtverkehr Serkenrode-Eslohe
18.11.1972Letzter durchgehender Zug Finnentrop-Wenholthausen
01.1976Gleisabbau Serkenrode-Eslohe
30.10.1984Gesamtstilllegung Finnentrop-Serkenrode
03.1987Gleisrückbau Serkenrode-Finnentrop
16.08.1989Verlegung Abzweigweiche bis kurz vor ex Hp Wenne
nach 1990Eröffnung Vorläuferradweg Deutmecke-Fretter
06.1992Kollision Baggertransport Wennebrücke Wenholthausen
14.07.1995Eröffnung Radweg Fretter-Fehrenbracht
17.08.1996Eröffnung Radweg Lenhausen-Frettermühle u. Deutmecke
30.10.1998Formale Stilllegung Eslohe-Wenholthausen durch das EBA
31.03.2007Öffnung Kückelheimer Tunnel u. Radweg bis Eslohe

Wie viele andere ländliche Nebenbahnen auch, hatte die Strecke durch das Frettertal weitgehend nur lokale Bedeutung, wie der Blick in den Buchfahrplan für den Güterverkehr aus dem Sommerfahrplan des Jahres 1960 zeigt:

                

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Erst im Zuge der Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke konnte dort ab dem Frühjahr 1960 bis 1964 ein reger Umleiterverkehr Richtung Ruhrgebiet beobachtet werden, wobei zum Drehen der schweren Dampfloks eigens ein Gleisdreieck in Wennemen angelegt wurde. Bespannt waren die Lgo mit Maschinen der BR 44 bei einer Grenzlast von 650 Tonnen, wie in diesem Auszug aus dem Buchfahrplanheft 16 der BD Wuppertal für den Sommerfahrplan 1962 zu sehen:

                      

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Im Personenverkehr sah das Angebot auch nicht berauschend aus, so weist das Kursbuch für den Sommerfahrplan 1961 gerade mal vier Zugpaare an Werktagen und nur eines am Sonntag aus:

                     

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Mit Beginn des Sommerabschnitts 1963 am 23. Mai wurde versucht, durch die Einführung des sogenannten Kardinalsexpress von Köln über Dieringhausen, Olpe, Finnentrop, Wennemen, Brilon und weiter durch das Almetal nach Paderborn und zurück auf den Nebenstrecken des Sauerlandes im Personenverkehr eine Belebung herbeizuführen. Dieses Zugpaar hatte zwischen Finnentrop und Wennemen aber nur einen Zwischenhalt, und zwar in Wenholthausen, wie die Auszüge aus dem Kursbuch zeigen:

                     

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Ein Jahr später, am 31.05 1964 kam sogar noch ein zweiter, durchgehender Eilzug von Kreiensen nach Köln und zurück bis Holzminden hinzu. Beide Zugpaare hielten nun auch in Eslohe. Während dadurch die Frettertalbahn weiter aufgewertet wurde, ward im gleichen Jahr der Personenverkehr auf der in Wenholthausen abzweigenden Strecke nach Altenhundem über Schmallenberg eingestellt. Auch hier sollen die entsprechenden Seiten des Kursbuches gezeigt werden:

                     

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Auch diese Maßnahme brachte nicht die erhoffte Steigerung des Fahrgastzahlen, sodass nach zwei Jahren, zum Fahrplanwechsel am 22. Mai 1966, der gesamte Personenzugverkehr zwischen Finnentrop und Wennemen eingestellt wurde. Bereits im Vorjahr endete am 30.05.1965 schon der durchgehende Güterbetrieb dieser Relation.

So konnte in "Salamitaktik" am 25.09.1966 zuerst das Teilstück Serkenrode – Eslohe unterbrochen und zum 01.07.1972 gesamtstillgelegt werden. Mittels Sondergenehmigung der BD Wuppertal kam am 18. November 1972 mit dem von 24 009 geführten Dampfzug E 42271 von Siegen nach Erndtebrück letztmalig ein Zug über die Schienen dieses Streckenabschnitts.

    

Der letzte Zug im mittleren Frettertal ist am 18.11.1972 von Serkenrode in Eslohe angekommen.
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Nach dem starken Transportrückgang nach Schließung des Dolomitsteinbruchs in Fretter Ende 1970 kam es darauffolgend zur Einstellung des beschaulichen Restgüterverkehrs zwischen Finnentrop und Serkenrode zum 01.11.1984, die Gleise im Frettertal wurden im Frühjahr 1987 zurückgebaut. Der Nordabschnitt Eslohe – Wennemen hielt sich bis zur Sperrung der baufälligen Ruhrbrücke bei Wennemen, die am 16.09.1996 erfolgte.

Hierbei ist aber zu berücksichtigen, das die Teilstrecke Eslohe – Abzweig Wennebrücke nach einer Baggerkollision mit der Wennebrücke bereits im Juni 1992 betrieblich gesperrt wurde, eine Aufhebung erfolgte bis zur Stilllegung nicht mehr. Als Ergebnis von Ende der achtziger Jahre durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen wurde die Abzweigweiche von Wenholthausen im August 1989 noch nahe den ehemaligen HP Wenne versetzt.

    

Weichenumbau Abzweig Wenholthausen, bei Wenne, 16.08.1989

Es kamen aber in der Folge bis zur Wennebrückesperrung (Baggerkollision) im Juni 1992 kaum noch Züge nach Eslohe. Auf den Teilstücken Lenhausen – Eslohe und Wenholthausen – Wennemen wurden abschnittsweise Radwege angelegt, die Schienen liegen heute noch total zugewachsen im Bahnhof Eslohe sowie zwischen Sallinghausen und Wennebrücke.

Im Juni 2013 wurde damit begonnen, den Einschnitt an der Helle zwischen Eslohe und Sallinghausen als Erddeponie zu verfüllen. Damit wurde ein Esloher Ratsbeschluß vom März 2011 umgesetzt, der so die Sanierungskosten der Feldwegbrücke über den Einschnitt einsparen sollte. Der Lenhauser Tunnel –2002 durch die Gemeinde Finnentrop an den Jagd- und Sportschützenverein Frettertal verpachtet– sollte 2013 in den Sauerlandradring integriert werden, wegen Rechtsstreitigkeiten um die Kündigung des auf 25 Jahre geschlossenen Pachtvertrages wurde dieses aber bisher nicht umgesetzt.

Bildliche Reise entlang der Frettertalbahn:

  Km 0,0 - 0,5  Bahnhof Finnentrop [EFP]

Im Jahr 1950 fotografierte der Altmeister Carl Bellingrodt vom Hömberg aus den Bahnhof Finnentrop mit den Hallen des Kbw vorn, dahinter das Reiterstellwerk "Ff" und dem Bahnbetriebswerk links. Hier hat die Strecke 2861 nach Wennemen ihren Anfang.

    

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Im Eröffnungsmonat Januar 1911 wurde die Strecke durch Oberbahnassistent Debus komplett aufgenommen und zeichnerisch erfasst. Das Skizzenheft liegt aus dem Archiv Michael Poschmann vor und soll hier und im Folgenden bildlich dargestellt werden:

  Km 0,0- 0,9  Bahnhof Finnentrop [Streckenband von 1911]

  

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  Km 0,2  Bahnbetriebswerk Finnentrop [EFP]

Vorbei geht es am hiesigen Bw, welches in den sechziger und siebziger Jahren auch die Wehrmachtsdiesel der BR 236 beheimatete. Diese kamen bevorzugt im Bauzugdienst bei der Umtrassierung der Biggetalstrecke zum Einsatz. Im Sommer 1974 waren neben 236 234 auf der Drehscheibe auch die mit Dachkanzel ausgerüstete 236 238 dort anzutreffen:

    

  Km 0,7 - 1,1  Bahnhofsteil Finnentrop Gbf [EFP]

An der westlichen Ausfahrt führt die Fahrt vorbei am Stellwerk "Fn" (Mitte), dem Rangierstellwerk "Fr" (ganz links) sowie den beiden Ablaufbergen. Postkarte aus dem Jahr 1956.

    

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  Km 1,2  Bahnhofsteil Finnentrop Gbf [EFP]
   Finnentrop Gbf

Einst & Jetzt

Zustand 00.06.1984 ⁄ 11.11.2018

  Km 1,3  Esig Finnentrop
   Esig Finnentrop

Einst & Jetzt

Zustand 00.05.1983 ⁄ 11.11.2018

  Km 0,9- 2,0  Finnentrop Habbecke [Streckenband von 1911]

  

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  Km 2,0  Brücke Ruhr-Sieg-Strecke und Bundesstraße 236
    

  Km 2,0  Brücke Ruhr-Sieg-Strecke und Bundesstraße 236
   Brücke B 236

Einst & Jetzt

Zustand 26.04.1975 ⁄ 11.11.2018

  Km 2,1  Lenhauser Tunnel (195 Meter), Westportal

Noch im ersten Betriebsjahr besuchte ein Fotograf die Frettertalbahn und hielt die markanten Bauwerke sowie die Bahnhöfe auf Glasplattennegativen für die Nachwelt fest, so wie hier zu sehen auch das Westportal des Lenhauser Tunnels; (Aufnahme aus der Sammlung Klaus Meschede):

    

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  Km 2,1  Lenhauser Tunnel, Westportal
    

  Km 2,3  Lenhauser Tunnel, Ostportal
  

  Km 6,3  Deutmecke
  

  Km 6,4  Deutmecke
  

  Km 6,9  Deutmecke BÜ Gierschlader Straße
    

  Km 7,1  Deutmecke Fretterbachbrücke
  

  Km 9,3  Fretter [EFTR]
      

  Km 12,2  Serkenrode
  

  Km 12,990  Bahnhof Serkenrode [ESKO]
     Bahnhof Serkenrode
eröffnet: 16.01.1911
Stilllegung: 01.11.1984
Status: Gleise abgebaut, seit 2007 Teil des Sauerlandradrings

  Km 22,182  Bahnhof Eslohe [EESL]
     Bahnhof Eslohe
eröffnet: 16.01.1911
Stilllegung: 30.10.1998
Status: Gleise teilweise vorhanden

  Km 22,5  Sallinghauser Einschnitt (Hellebrücke)
   Hellebrücke Sallinghausen

Einst & Jetzt

Zustand 24.09.2011 ⁄ 01.03.2018

  Km 23,4  Sallinghausen BÜ
  

  Km 23,6  Sallinghausen
  

  Km 24,5  Wennebrücke
  

  Km 24,7  Abzweig Wennebrücke [EWEN] (ab 1989)
      

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