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Bahnhof Menden
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Bahnhof Menden (Sauerland)

Lage, Signaltechnik, Güterverkehr

In Kilometer 20,379 der Strecke 2850 Lethmathe – Fröndenberg wurde mit Eröffnung des zweiten Bauabschnitts von Fröndenberg bis Menden im Jahre 1872 die Station Menden ⁄ Sauerland errichtet. Nachdem am 15. Juni 1885 die durchgehende Befahrbarkeit der Gesamtlinie hergestellt werden konnte, erlangte Menden mit dem Bau der Hönnetalbahn nach Neuenrade (Eröffnung 30.03.1912) den Status eines Abzweigbahnhofs.

Vornehmlich wegen der Kalkwerke Hönnetal in Oberrödinghausen kam es in Menden zum Bau eines größeren Güterbahnhofs mit Ablaufberg, eigenen Zugbildungsaufgaben und Bahnhofsrangierlok. Die alte Formsignalsicherungstechnik endete 1965 mit dem Bau eines modernen SpDrL30-Stellwerkes samt Ausstattung mit Lichtsignalen, welches auch heute noch in Betrieb ist.

Mit der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Menden und Iserlohn aus technischen Gründen am 28. Mai 1989 verlor der Bahnhof Menden an Bedeutung. Aus seinem umfangreichen Fundus stellte uns Günter Knecht freundlicherweise diese acht Aufnahmen zur Verfügung, welche einen kleinen bildlichen Rundgang am Bahnhof Menden im Jahr 1964 kurz vor der Umstellung auf Dr-Sicherungstechnik ermöglichen:

Mitte der achtziger Jahre gehörte Menden dann zum Güterknotenbahnhof Nr. 245 Schwerte (Ruhr). Von Menden aus wurden bis zu deren Abbauten immer die außerhalb des Bahnhofsbereichs auf freier Strecke Richtung Fröndenberg gelegenen Anschlüsse Schmöle-Hönnenwerth und Anst RWE (Bösperde) bedient, heute existiert hier noch der Anschluß Kabel Metall Europa (Max-Eyth-Weg). Richtung Horlecke gab es am Haltepunkt Menden Süd die Anschlüsse Ostermann & Flühs sowie Eichelberg & Co., die heute aber auch zurückgebaut sind.

Bedienungsbehelf im      
Güterverkehr für:
Kürzel
DS 100 ⁄ 2:    
Stand:    
MendenEMED1979
Schmöle-HönnenwerthESCM1979
RWE MendenERWM1979
Ostermann & FlühsEOUF1979
Eichelberg & Co.EECB1979

Die große Güterabfertigung in Menden verlor mit der Verlagerung des Stückgutverkehrs mittels LKW-Transport auf die Straße Ende 1990 seine Aufgabe und wurde stillgelegt. Das gesamte Gelände der Güterabfertigung, der Kopframpen sowie der Freiladegeleise samt Bockkran und Tanklager wurde nach langen Umnutzungsplanungen schließlich 2012 mit dem Bau von Diskountmärkten umgenutzt. Nach der Auflösung des Panzerbatallions 203 in Hemer und dem damit einhergehenden Wegfall der Militärzüge erfolgte zum 31.03.2006 die Stilllegung des Abschnitts Hemer – Menden.

In der Folge des Güterverkehrsrückgangs wurden einige Gütergleise im einst umfangreichen Bahnhof Menden bereits ausgebucht. Umfassender Güterverkehr kehrte nochmals nach Umwandlung in eine von der Stadt Hemer gepachtete Anschlussbahn zwischen 11. Juni 2007 und 31. Juli 2008 im Zuge der Kyrill-Sturmholztransporte auf die Oesetalbahn zurück. Nach dessen Einstellung wurden einige verbliebene Gütergleise zum Abstellen nicht benötigter Güterwagen genutzt, heute dienen die Gleise 7 und 8 bei Gleisbauarbeiten dem Umschlag von Schotter und anderen Baumaterialien, zuletzt im April 2014.

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Zwecks Anlage eines Radweges zwischen Hemer und Menden zur Landesgartenschau Hemer 2010 kaufte die Stadt Hemer am 23.12.2008 schließlich die Oesetalstrecke. Nach Einspruch der Rhein-Sieg-Eisenbahngesellschaft gegen den Gleisrückbau gelangten unter deren Regie im Gartenschaujahr einige Personensonderzüge nach Hemer, dessen Bahnhof im Zuge der Gartenschaubauarbeiten "halbiert" keine Umfahrmöglichkeit mehr bot. Die endgültige Stilllegung fand dann am 31. Oktober 2010 statt, die Abbindung vom Streckennetz erfolgte am 09. September 2011 nahe der Brücke über die B 515n.

Der Rückbau der letzten Gleise zwischen Hemer und der B-515n-Brücke erfolgte ab März 2014 mittels Radlader und Kettenbagger zur nachfolgenden Anlage des vorgesehenen Radweges, dessen Eröffnung für November 2014 vorgesehen war. Somit verbleibt heute noch die Bedienung der Strecke Unna – Neuenrade durch die RB 54 "Hönnetalbahn" sowie einige durchgehende Güterbedienfahrten von Schwerte zum Rheinkalk-Übergabebahnhof Horlecke.

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Ort

Die Stadt Menden liegt im Nordenwesten des Sauerlandes und gehört zum Märkischen Kreis. Erstmals im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt, wurde sie nach zahlreichen Zerstörungen durch kriegerische Auseinandersetzungen immer wieder aufgebaut. Im historischen Ortskern finden sich viele aus dem Mittelalter stammende Gebäude sowie Reste der Stadtmauer mit zwei Wehrtürmen. Die heutige Form von Menden besteht seit der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 und wird vor allem durch mittelständische Unternehmen der Metallindustrie geprägt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 53000 Personen.

Fahrzeugeinsatz

Zum Schluss des Dampflokzeitalters Ende der sechziger ⁄ Anfang der siebziger Jahre (Baureihen 050 und 086) folgte die Epoche der Diesellokomotiven mit den Baureihen 212, 216 und im Güterverkehr auch den Baureihen 218 (ab 1968) und 221 (ab 1988). Neben Rangierloks der Baureihe 260 (spätere 360 ⁄ 365), und 290 (spätere 294) kamen hier von 1955 bis 1984 auch die seinerzeit allgegenwärtigen Schienenbusse (sowohl Letmather 795 als auch Bestwiger 798) zum Einsatz.

Die Dampflokomotiven waren dabei nach Schließung des Bw Fröndenberg im Jahre 1954 in Schwerte stationiert, die Schienenbusse übernachteten bis zum Einsatzende in den Resten des 1956 stillgelegten Bw Fröndenberg.

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Mitte der neunziger Jahre eroberten dann die neuen Triebwagen der Baureihe 628.4 die Hönnetalbahn. Bevor ab Mitte 2000 sukzessive die Ablösung durch Triebwagen der LINT-Bauarten 640 und 648 erfolgte, kamen zuvor auch noch überwiegend für den Schülerverkehr altgediente Osnabrücker 624 auf die Strecke.

In der Neuzeit prägen im Güterverkehr die Baureihe 294 von DB Schenker Rail, fallweise auch die neuen Voith Gravita (265 ″) das Bild, während die wenigen privaten Leistungen heute meistens mit Tfz der Wanne-Herner Eisenbahn traktioniert werden. Bei Gleisbauarbeiten lassen sich fallweise nochmals die einstigen Alltagsmaschinen der Baureihen 212 und 216 –heute unter privater Regie– beobachten.


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