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Bft Neheim-Hüsten RLG
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Bahnhof Neheim-Hüsten

Bahnhofsteil + Betriebswerk Neheim-Hüsten RLG

Lage und Statistische Daten

Dieser durch die Ruhr-Lippe-Kleinbahnen erbaute Bahnhof stellt als zentraler Knotenpunkt mit Betriebswerk den Ausgangspunkt der Strecken nach Niederense - Soest ⁄ Möhnetalsperre und Arnsberg-Jägerbrücke - Arnsberg Süd dar. Bereits am 01. Mai 1888 fand die Eröffnung der 1000mm-Schmalspurstrecke Hovestadt – Neheim-Hüsten statt, es folgte am 01. Februar 1907 die ebenfalls in 1000 mm Spurweite ausgeführte Linie Neheim-Hüsten – Arnsberg-Jägerbrücke.

Sukzessive wurden die beiden Gleisstränge ab 1911 zu Dreischienengleisen mit 1000 mm Schmalspur und 1435 mm Regelspur umgerüstet, um im Neheimer Umkreis bis Niederense und Arnsberg-Jägerbrücke auch Regelspurgüterwagen ohne Umladen zustellen zu können. Mitte der 1950ger Jahre erfolgte mangels Bedarf und mit Stillegung der reinen Schmalspurstreckenabschnitte der Rückbau auf reine Regelspurgleise.

Der Bahnhof war neben Verwaltungs- und Empfangsgebäude, Güterabfertigung und Freiladegleis auch mit einigen Gleisanschlüssen ausgestattet. Einer davon war der bis zum Ende des Schienenstückgutverkehrs 1996 bediente Anschluß Westermann (WESCO). Dort befand sich hinter dem Werkstor auch noch eine zuletzt 1993 zum Drehen einer Köf genutzte Wagendrehscheibe. 2008 wurde das Gleis wegen Herrichtung eines danebenliegenden Abstellgleises zur Sturmholzverladung überschüttet, Mitte 2009 war es noch vorhanden, später aber komplett abgebaut.

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Einen weiteren Anschluß stellt das 1971 vom DB-Bahnhof auf die RLE-Strecke umgebundene Gleis "HWS" zu einem neu angesiedelten Gewerbepark dar. Dieser wurde als Folgenutzung auf dem ehemaligen Gelände der am 19.11.1966 geschlossenen Hüttenwerke Siegerland AG eröffnet. Bis zur Insolvenz der hier ansässigen Spedition Schnier im Februar 2009 wurde das Gleis noch regelmäßig als Rangierfahrt genutzt. Heuer ist die Bedienung der von der Spedition Gössling übernommenen Lagerhalle nur noch extrem selten zu beobachten.

Im Osten des Bahnhofs stand bis 1974 ein fünfständiger Ringlokschuppen mit vorgelagerter Handkurbeldrehscheibe. Nach Abriß von drei Lokständen wurde auf dem freigewordenen Bereich ein auch heute noch so vorhandener 2-ständiger Rechteckschuppen mit Untersuchungsgruben und innenliegender Tankstelle erbaut, in dem heute übrigens auch der örtliche Betriebsleiter mit untergebracht ist. Nach der Inbetriebnahme der neuen Anlage wurde auch der Rest des ehemaligen Rundschuppens mitsamt der Drehscheibe dem Erdboden gleich gemacht.

Auf dieser Brachfläche entstand 1975 dann der Lebensmittelmarkt "Fruchtbörse" (Inhaber F. und W. Lübke), der auch mit einem zwischen Markt und neuem Lokschuppen gelegenem Gleisanschluß ausgestattet war. Dies Gleis wurde 1988 (zumindest 1985 noch in sporadischer Benutzung) wegen einer Markterweiterung abgerissen. Ein Teil des Drehscheibenzufahrtgleises diente bis Mitte der achtziger Jahre noch als Anschluß zum Lager der örtlichen Bahnmeisterei.

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Das in unbittelbarer Nähe zur DB stehende Empfangs- und Verwaltungsgebäude mitsamt Bahnhofgaststätte wurde nach Leerstand schlußendlich im Mai 2011 abgerissen. Die Bahnhofsausfahrt nach Neheim Stadt Richtung Niederense wurde auf der sich anschließenden, kombinierten Schiene- und Straßenbrücke über die Ruhr im Zuge des 1946 kriegsschädenbedingt erfolgten Neubaus von der nördlichen auf die südliche Brückeseite umgelegt.

Am 20. Dezember 1968 fuhr hier dann leider ein letzter Güterzug von Fa. Hillebrand, am 30.12.1968 dann der letzte Personenzug von Neheim-Möhnestraße nach Neheim-Hüsten RLE. Dieser sammelte direkt alle entlang der Strecke verbliebenen Güterwagen mit ein, sodaß die Neheim und Hüsten trennende Ruhrbrücke an diesem Tag zum letzten Mal von einem Zug befahren wurde.

Nach der letzten internsiven Nutzung eines Holzverladegleises gegenüber der Firma WESCO im Jahre 2007 kam es in den Folgejahren sukzessive zu kleineren Rückbauten und Bedarfsanpassungen an den Gleisanlagen, dabei u.a. Abbindung des Gleisanschlusses Westermann. Der Zugbetrieb wurde immer im Zugleitbetrieb durchgeführt, lediglich ein Lichtsperrsignal für die Rangierfahrten zur DB bzw. zum Bahnhof "Ue" existiert. Alle Weichen sind bis heute ortsbediente Handweichen.

Ort

Die allgemeinen Angaben zum Ort finden sie auf der Seite Bahnhof Neheim-Hüsten

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Bahnbetriebswerk Neheim RLE ⁄ RLG

Schon seit Beginn des Bahnbetriebs der Ruhr-Lippe-Kleinbahn gab es in Neheim-Hüsten ein Betriebswerk. Hier waren die Lokomotiven für die Strecken Neheim – Soest und Neheim – Arnsberg Jägerbrücke und ab 1978 auch die zuvor in Sundern beheimatete Lok der übernommenen Kleinbahn NHS stationiert.

Waren das nach dem Ende des Dampflokbetriebes im Jahre 1955 zunächst immer drei Deutz-Dieselloks vom Typ T4M 525R ⁄ 625, so ist heute nur noch eine Maschine für den verbliebenen Güterverkehr hier zuhause. Zu anstehenden Hauptuntersuchungen oder größeren Reparaturen im WLE-Ausbesserungswerk Lippstadt Nord kamen immer übergangsweise Ersatzloks von anderen Standorten nach Neheim.

Die folgende Liste zeigt die Lokbeheimatung in der Leuchtenstadt ab 1955. Ein großer Dank geht dabei für die hervorragende Arbeit an die Datensammler von www.rangierdiesel.de, von denen die Lokdaten stammen. Die Beheimatungsdaten ergeben sich ab 1980 aus eigenen Sichtungen, für die Jahre davor aus historischen Bildauswertungen.

Insbesondere beim Einsatz der B-Kuppler fanden gegebenenfalls noch uns unbekannte Durchtausche mit dem Bw Hamm RLG und ab 1973 auch der Lokeinsatzstelle Soest-Thomätor statt. Daher alle Angaben ohne Gewähr, Ergänzungen werden gerne entgegen genommen.

Tfz-Nr.LoktypHerstellerFabriknr. ⁄ Bj.beheimatet
von - bis
HerkunftVerbleib
D 54Typ T4M 525RDeutz55773 ⁄ 195400.1954 - 01.1976neu an RLE Neheim01.1976 an WLE Nordbahn
D 55Typ T4M 525RDeutz55775 ⁄ 195401.1976 - 00.1977neu an RLE Hammnach 1977 zeitweise Anstellung, 11.1982 an WBB Hattingen
D 56Typ T4M 625RDeutz56198 ⁄ 195500.1955 - 02.1981neu an RLE Neheim00.1981 an WLE als Ersatzteilspender
D 57Typ T4M 625RDeutz56834 ⁄ 195800.1958 - 08.1981neu an RLE Neheim00.1981 an RLG Hamm, 1982 an RLG Soest, 04.1988 an Händler in Biberach
D 61450 CMaK400058 ⁄ 196704.1975 - 07.1982von WLE07.1982-10.1982 in Neheim abgestellt, 10.1982 an WBB Hattingen
D 62450 CMaK400059 ⁄ 196603.1982 - 07.1983von WLE an RLE Hamm11.1983 an RVM
D 63650 DMaK600152 ⁄ 195801.1978 - 04.1988von NHS übernommen04.1988 an RVM, 1994 an NTB
D 65600 DMaK500022 ⁄ 195503.1981 - 10.1986von WLE1987 nach Italien
D 66G 1203 BBMaK1000804 ⁄ 198307.1983 - 12.2006neu an RLG12.2006 an Vossloh
D 67G 1203 BBMaK1000809 ⁄ 198611.1986 - 02.2008neu an RLG02.2007 an Vossloh, bis 02.2008 zurückgemeitet für Sturmholzverkehr
06MB 170 NO & K26744 ⁄ 197307.2008 - 09.200901.1998 an WLEWLE-Leihlok als 2. Lok Neheim
36DG 1200 BBMDeutz57419 ⁄ 196203.2007 - 10.2007Leihlok von WLEbis heute fallweise Ersatzlok für Lok 68
54G 1206 BBVossloh5001638 ⁄ 200807.2009 - 07.2012neu an RLG2012 Abgabe nach Hamm RLG
68DG 1200 BBMDeutz57466 ⁄ 196210.2007 - 07.2009
07.2012 -   heute  
1987 an RLG Hamm07.2009 - 07.2012 Ortslok in Hamm RLG
VL 06511200 DMaK1000058 ⁄ 196212.1983 - 01.1984Leihlok von WLE für D 66

Fahrzeuge und Verkehr

Neben den schweren Mallet-Schmalspurdampfloks und den ebenfalls schmalspurigen Triebwagen kamen in Regelspur Dampfloks des Typs T3 zum Einsatz. Es gab auch einen regelspurigen Talbot-Triebwagen. Nach Aufgabe des Schmalspurbetriebes wurden 1955 alle verbliebenen Dampfloks durch Deutz-Dieselloks ersetzt. Dabei waren nach Übernahme der Kleinbahn NHS in Neheim bis 1988 immer drei Loks stationiert (eine als Reserve). Folgend bestritten bis zum September 2009 immer beide der vorgehaltenen zwei Loks den Verkehr, seither reicht eine Lok aus. Dies ist in der Regel die Ortslok RLG 68.

Der Personenverkehr endete vollständig zum 31.12.1968. Bedeutender Güterverkehr fand durch den zentralen RLE-Bahnhof in den Jahren des Baus der Möhentalsperre statt: 300.000 Qubikmeter Steine wurden per Bahn vom RLE-eigenen Steinbruch Müschede über Neheim-Hüsten und Niederense nach Günne zur Baustelle befördert (Strecke zur Talsperre im November 1953 abgebaut).

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Im zentralen RLG-Bahnhof Neheim-Hüsten fand schon immer der Austausch von Übergangswagen zwischen DB und RLG statt. Neben den Loks der RLG sind hier also auch immer die Maschinen der Bundesbahn aktiv gewesen. Die Ein- und Ausgangszüge wurden von der DB überstellt bzw. abgeholt. So konnten hier neben den Rangierlokbaureihen 260 bzw. 360 ⁄ 365 und 212 auch immer die Streckenloks des Feldmühlekohlezuges oder des Flachformstahlzuges in Form der Baureihen 215, 216, 218 und 221 erlebt werden.

Aktuell verirrt sich nur noch eine Maschine der Gravita-Bauart BR 265 in den Privatbahnhofsteil. Auch die Anfang der 2000er Jahre üblichen Wochendabstellungen der mit WLE-Lok traktionierten Müller-Touristik-Sonderzüge gibt es seit der Einstellung dieser Fahrten ins Hochsauerland im Jahre 2015 nicht mehr.

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