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Bahnhof Neheim-Hüsten
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Bahnhof Neheim-Hüsten

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Lage und Statistische Daten

Am Anstieg zum Sauerländer Bergland im Verlauf der Oberen Ruhrtalbahn befindet sich auf einer mittleren Höhe von 162 m über NN der Bahnknotenpunkt Neheim-Hüsten. Hier trafen die Strecken von Bergisch-Märkischer Eisenbahn (Hagen – Scherfede – Warburg ⁄ Holzminden), Ruhr-Lippe-Eisenbahn (Neheim-Hüsten – Soest und – Arnsberg Süd) sowie der Kleinbahn Neheim-Hüsten – Sundern (Röhrtalbahn) aufeinander. Der Bahnhof teilt sich in vier Bereiche auf, welche im Einzelnen näher betrachtet werden sollen:

1. Bahnhofsteil Neheim-Hüsten DB     Strecke 2550, km 190,8
2. Bahnhofsteil Neheim-Hüsten Röhrtalbahn     Strecke 9283, km 0,0
3. Bahnhofsteil Neheim-Hüsten Übergabe (Ue)     Strecke 9283, km 1,0
4. Bahnhofsteil Neheim-Hüsten RLE ⁄ RLG     Strecke 9284, km 0,0

Aus der Sammlung Günter Knecht stammen diese acht Bilder, die er im Jahr 1964 aufgenommen hat und das dortige Umfeld sehr gut wiedergeben :

Bereits am 01. Juni 1870 wurde der Abschnitt Schwerte – Arnsberg der Oberen Ruhrtalbahn eröffnet, es folgten am 01. Mai 1888 die 1000mm-Schmalspurstrecke Hovestadt – Neheim-Hüsten (RLK), am 01. Juni 1900 die regelspurige Röhrtalbahn NHS und als viertes schließlich am 01. Februar 1907 die ebenfalls in 1000 mm Spurweite ausgeführte RLK-Trasse Neheim-Hüsten – Arnsberg-Jägerbrücke.

Das Eisenbahnprojekt einer Verbindungslinie von Neheim-Hüsten bis ins Lennetal nach Rönkhausen bzw. Finnentrop als Fortsetzung der Röhrtalbahn von Sundern über Allendorf blieb aus Kostengründen in den Jahren 1907 bis 1908 in der Planungsphase stecken und wurde nicht verwirklicht.

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Als bedeutender Gemeinschaftsbahnhof der Stadt Neheim und der Freiheit Hüsten verfügte er über zahlreiche, für die Region wichtige Infrastruktureinrichtungen, wie ein großes Empfangsgebäude, Freiladestraße mit Bockkran, Gleiswaage und Entlademulde zum Umladen von Schüttgütern auf LKW, Kopf- und Seitenrampe, Güter- und Expressgutabfertigung, Postumladerampe und einem dem Empfangsgebäude vorgelagerten Busbahnhof mitsamt Taxenstand.

Signaltechnisch gesteuert wurde das Ganze bis 1985 mittels Formsignaltechnik von zwei Stellwerken aus, dann ging das seinerzeit moderne Dr-Stellwerk "Nf" mit Lichtsignaltechnik in Betrieb, das bis heute unverändert den Zugverkehr zwischen Wickede und Meschede leitet. Die beiden Privatbahnen wickelten ihren Verkehr bis heute im Zugleitbetrieb und mit handbedienten Weichen ab.

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Ort

Geographisch liegt der Bahnhof Neheim-Hüsten südwestlich des Naturparks Arnsberger Wald in der Nähe der Ruhr auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils Arnsberg-Hüsten. Hier entstand er seinerzeit als Gemeinschaftsbahnhof der Stadt Neheim und Gemeinde Hüsten im Nordwesten des Hochsauerlandkreises. Die einzelnen Eckdaten lauten für

Neheim Hüsten
urkundlich erwähnt 1202 802
Stadt- bzw Freiheitsrecht 1358 1360
Stadtbrände 1446, 1807 1604, 1807
Gebietsfläche (km²) 20,4 15,0
Einwohner 2016 etwa 23.000 etwa 11.000

Im Nordwesten von Neheim-Hüsten bilden der Zusammenfluß von Möhne und Ruhr, im Südosten die Mündung der Röhr in die Ruhr markante geographische Punkte. Kulturhistorisch erwähnenswert ist die überregional bekannte "1000-jährige Hüstener Kirmes", die in den Anfängen ein traditionelles Kirchweihfest mit Händlern, Tierzuchtschau, Gaukler- und Artistenvorstellungen war.

Von der Bausubstanz sind nach mehreren Stadtbränden nur sehr wenige Gebäude von vor Baujahr 1808 erhalten geblieben. Die Stadtrechte wurden einst durch Graf Gottfried zu Arnsberg zugesprochen. Eine gemeinsame, eigene Gebietskörperschaft bildeten Neheim und Hüsten zwischen dem 01.04.1941 und dem 31.12.1974, bevor die Stadt Neheim-Hüsten im Zuge der kommunalen Neugliederung als Stadtteil in der Bezirksregierungsstadt Arnsberg aufging. Seit 1983 bilden Neheim und Hüsten wieder einzelne Stadtteile von Arnsberg.

In den Jahren nach 1830 siedelten sich erste metallverarbeitende Fabriken in der Gegend an. Im Laufe der Zeit spezialisierten sich die teils einheimischen und teils zugewanderten Industriellen immer stärker auf die Produktion von Ölleuchten und den dazu nötigen Bauteilen. Insbesondere die Unternehmer Josef Cosack und Friedrich Wilhelm Brökelmann spielten eine besondere Rolle in der Industrialisierung. Mit dem Anschluss an die Eisenbahn boomte diese Branche in den Jahren nach 1870. In der Reichsstatistik von 1905 wird Neheim als Ort mit der höchsten Dichte an Leuchtenproduktionsstätten geführt.

Eine weitere bedeutende Industriestätte befand sich in Hüsten: Nachdem J. Cosack 1839 dort ein Puddel- und Walzwerk eröffnete, kam es 1888 zur Umwandlung in die "Hüstener Gewerkschaft". Um die Jahrhundertwende werden die Anlagen kontinuierlich erweitert und mit dem Zusammenschluß mit der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. (GBAG) um 1916 modernisiert. Bereits 1926 wurde jedoch das Hüstener Hochofenwerk, die Verzinkerei und das Bandeisenwalzwerk wieder stillgelegt. Nun als Vereinigte Stahlwerke AG (Gruppe Siegerland) geführt, kam im Jahre 1933 die Eingliederung des Hüstener Werkes in die Hüttenwerke Siegerland AG ("HWS") in Stammsitz in Siegen.

Trotz der Tatsache, das es sich um ein Blechwarmwalzwerk mit bestem technischen Stand handelte, machte dem Restbetrieb zunehmender Konkurrenz- und Preisdruck ernstlich zu schaffen. Am 19.11.1966 war dann der letzte Arbeitstag für die knapp 780 Arbeiter gekommen, das Werk wurde schließlich ohne Zukunftsoptionen zum 30. November dauerhaft geschlossen. In der Hochphase um 1957 wurde mit etwas über 155.000 Tonnen Feinblech die größte Produktionsmenge auf zwei Walzstraßen erreicht.

Heute sind Neheim und Hüsten überregional mit der immer noch dominierenden Leuchtenindustrie und touristisch mit dem Ruhrtalradweg bekannt.

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Fahrzeuge und Verkehr

Nach dem Ende des Dampflokzeitalters bestimmten auf den Bundesbahngleisen vor allem Maschinen der Loktypen V 100 und V 160 das Bild, im Bereich der beiden Privatbahnen MaK-Stangendieselloks. Die einzelnen eingesetzten Typen finden Sie in den Fahrzeugbeschreibungen der einzelnen Bahnhofsteile.

Besondere Erwähnung verdienen jedoch zwei besondere Züge mit Zielbahnhof Neheim-Hüsten: Zum einen sind dies die im Spotverkehr bedarfsweise fahrenden Coil-Ganzzüge von der Bremer Klöcknerhütte für das Stahlcenter Flachform in Hüsten West, zum anderen ist es der fast schon legendäre Gag 58912, ein Steinkohlezug von den Bergbauzechen im Ruhrgebiet zur Versorgung des firmeneigenen Kraftwerks der Feldmühle im Süden von Arnsberg.

Von etwa 1980 bis Mitte 1987 kamen hier die aus Oldenburg und Villingen beim Bw Gelsenkirchen-Bismark zusammengefassten, zweimotorigen 221 zu Traktionsehren, vor dem 58912 sogar in Doppelbespannung. Das zog uns damals als Jugendliche voll in den Bann, und so wurden etliche Samstagvormittage damit am Neheimer Bahnhof zugebracht und der Kohlezug bei der Ankunft fotographisch verewigt – unser Bahnbildhobby war geboren !

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In den Jahren um die Jahrtausendwende bestimmten dann zunehmend Triebwagen das Bild im Personenverkehr auf der Oberen Ruhrtalbahn, im Güterverkehr kam nun mit dem Abgang von 212 und 218 die remotorisierte und funkferngesteuerte V 90 in Form der Baureihe 294 zum Einsatz. Mittlerweile ist seit 2013 immer eine Voith-Gravita (BR 265) vor dem verbliebenen Eggerzug im Einsatz, die RLG fährt ihre Kohle- und Kesselwagenzüge nun auf dem kompletten Laufweg mit der jeweiligen Neheimer Ortslok selbst.

Die im Zuge einer Vergabe der Verkehrsleistungen ab 10.12.2016 an DB Regio vorgesehenen Neufahrzeuge vom Typ LINK des polnischen Herstellers Pesa (Baureihen 632 und 633) werden aller Voraussicht nach wegen Zulassungsproblemen sukzessive erst ab Dezember 2019 in Umlauf kommen, bis dahin bestreiten Fahrzeuge der Baureihen 612, 644 und fallweise auch 628.4 den Ersatzverkehr.

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