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Eggerzug
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Der Eggerzug
Schwerte – Brilon Stadt

Der DB Schenker Rail-Güterzug von Schwerte zum Eggerwerk bei Brilon wird bei den Eisenbahnern intern oft auch als Eggerzug bezeichnet. Bereits 1961 eröffnete die Eggerfamilie im östereichischen St. Johann eine erste Spanplattenanlage. Mitte 1990 nahm dann bei Brilon als erstes Eggerwerk an einem deutschen Standort das dortige Spanplattenwerk die Produktion auf. Die Wahl fiel auf den sauerländischen Standort Brilon, weil er sich in zentraler Lage zur deutschen Möbelindustrie und zeitgleich auch inmitten üppiger Rohstoffvorkommen befindet.

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Auch heute noch ist die mittlerweile an 17 Standorten vertretene Firma Egger ein Familienunternehmen im Eigentum der Brüder Fritz und Michael Egger. Weltweit werden etwa 6500 Mitarbeiter beschäftigt. Mehr Informationen zum Eggerwerk und den dort hergestellten Produkten wie u.a. Spanplatten, Laminatfußboden und Schnittholz finden Sie auf der Egger-Webseite .

Eine starke Verkehrsausweitung ergab sich durch den Neubau und die Produktionaufnahme des ersten zur Egger-Gruppe gehörenden Sägewerkes im Jahre 2008.

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War der heutige Eggerzug seit Beginn der Transporte im Frühjahr 1991 eine Wagengruppe in den planmäßig ab Knoten Bestwig weiterverteilten Einzelwagengruppen, so wurde nach Umsetzung des DB-Programmes MORA C ab 2001 mit folgender Schließung aller übrigen, um Bestwig gelegenen Tarifpunkte die Bedienung ab Schwerter Güterbahnhof eine reine Einzelkundenbedienung des Eggerwerkes bei Brilon.

Wurden ab Juni 1990 nur einzelne zweiachsige Schiebewandwagen befördert, so konnte der Verkehr kurze Zeit später ausgeweitet werden. Bereits 1995 konnten relativ bunte Züge mit Spänen in Eaos, Leim in Kesselwagen und Hbis-Wagen für den Spanplattenversand beobachtet werden. 2013 bestehen die Züge ausschließlich aus Roh- sowie Schnittholzwagen und vierachsigen Schiebewandwagen.

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Die Traktion des Zuges war von 1990 an bis heute durchaus abwechselungsreich, wie die folgende Tabelle zeigt:

ZeitraumTfzBemerkungen
06.1990 bis 06.1993218 HagenFlügelzug ab Knoten Bestwig
06.1993 bis 05.1995216 KasselEinsatzende Baureihe 216 beim Bh Kassel Ende Mai 1995
06.1995 bis 03.2002218 HagenLok durch DB Railion von DB Regio NRW angemietet
03.2002 bis 09.2006294 Schwerte2004 ⁄ 2005 lastbedingt bei Bedarf mit 225 und Schublok 294,
Rückkehr der 225 als Lz von Brilon nach Vorhalle
09.2006 bis 01.2009G 1206RAG- und MRCE-Mietloks
01.2009 bis 04.2012294 Schwertebei Bedarf Schublok BR 294
04.2012 bis 11.2012225 Oberhausenab 10.2012 bevorzugt 225 008
11.2012 bis 04.2013294 Schwertebei Bedarf Schublok BR 294
04.2013 bis 06.2013225 Oberhausenbis 14.06.2013 bevorzugt Motorversuchsträger 225 008
06.2013 bis 05.2016265 HagenBedarfsweise Sonderleistungen bis 31.07.2013 mit 225, danach mit 261 ⁄ 265 Werk Hagen-Vorhalle
05.2015 vereinzelt Einsatz einer 294 vor dem Regelzug
05.2016 bis 08.2016294 Schwertebei Bedarf Schublok BR 294, Anfang Juni 2016 fallweise Einsatz der angemieteten 218 460 (Westfrankenbahn)
08.2016 bis heute265 Hagen

Mit dem langsamen Ausscheiden der Baureihe 218 aus dem Betriebsdienst in Nordrhein-Westfalen wurde bei der damaligen DB-Cargo AG die Güterbedienung des Eggerwerkes in Brilon Anfang März 2002 auf die Baureihe 294 umgestellt. Fortan war aber wegen der hohen Auslastung der Züge der Einsatz von zwei Maschinen (Zug- und Schublok) vonnöten.

Genügend Reservepferdestärken hatte die Eggerbedienung am Vormittag des 27. Oktober 2011 zu bieten: Wegen der auf Grund von Bauarbeiten tags darauf folgenden, zweiwöchigen Streckensperrung Bestwig – Brilon Wald wurde der planmäßigen Sandwichbespannung des FZT 54487 eine weitere 294 beigestellt, die als Ortslok für diese Zeit ab Brilon Wald zum Einsatz kommen sollte. Am Tretbecken Gierskopp erklimmt das Gespann mühelos die Steigungsrampe nach Brilon Wald.

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Auf Grund von Fahrzeugmangel und Wirtschaftlichkeitsaspekten mietete die nun Railion genannte Gütersparte ab Herbst 2006 diverse Maschinen des Vossloh-Typs G 1206 an. So konnte erstmals am 04. September 2006 die orangefarbene RAG 832 mit der zur damaligen Zeit TK-FZT 54381 genannten Übergabe in Bestwig gesichtet werden:

Einsatz G 1206 für Railion im Bereich Oberes Ruhrtal von September 2006 bis Januar 2009:
LoknummerLackierungTfz-Nr. bei RailionEinsatzzeitraumBemerkungen
RAG 832orange266 832-509.2006 – 01.2009ab 01.2008 = RBH 832
RAG 834orange266 834-111.2006 – 12.2006
MRCE 100 1012schwarz266 012-402.2007 – 03.2007
MRCE 100 1013schwarz266 013-203.2007 – 03.2008
Seco 18 orange266 779-803.2008 – 01.2009

Später kamen dann im unregelmäßigen Wechsel noch die ebenfalls orange RAG 834, die schwarzen MRCE 100 1012 und 1013 sowie die orange Seco 18 zum Einsatz. Mit dem Mietende der RBH 832 sowie Seco 18 im Januar 2009 kehrten die Loks der Reihe 294 ins Hochsauerland zurück, die Schublok am Eggerzug kommt jetzt nur noch bei Bedarf zum Einsatz.

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Bereits 1995 gab es eine samstägliche Bedarfsbedienung mit Hagener 218 zur Zustellung von Schiebewandwagen ab Bestwig. Nachdem die Anlieferung des Rohholzes für das 2008 eröffnete Sägewerk in der ersten Betriebszeit oft mittels Sonderzügen mit privater EVU-Bespannung erfolgte, so werden die Rohholzwagen seit 2012 im Regelzug ab Sammelbahnhof Schwerte mit zugestellt.

Am 03. Mai 2011 war der Eggerzug deutlich länger als erwartet, sodass an der Arnsberger Ausfahrt nur ein Bild aus den an diesem Tag glücklicherweise ungenutzten Holzladegeleisen möglich war, um den kompletten Zug aufs Bild zu bannnen. Dynamisch legt sich 294 771 mit ordentlicher Schubunterstützung durch die kaum noch erkennbare 294 671 am Zugschluß vor der Ruhrbrücke in die Kurve.

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Teilweise werden die Einzelrohholzwagenladungen auch zu Ganzzügen zusammengefasst und als nachmittägliche Zusatzfahrt auf die Briloner Hochfläche gebracht. Die Zugförderung mit der Baureihe 225 endete in Nordrhein-Westfalen am 31. Juli 2013, 225 024 war an diesem Tag letztmals mit einer Sonderleistung nach Brilon-Egger unterwegs.

Lag die Verkehrszeit des Eggerzugpaares seit jeher in den Morgenstunden, wurde die Bedienung zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 auf den Nachmittag verlegt. Ab diesem Zeitpunkt übernahm im Rahmen der Optimierung des Lokeinsatzes die morgendliche Zuglok des sogenannten Padergerümpels die Traktion, welche nun Mittags von Paderborn nach Hamm Rbf, dem aktuellen Ausgangspunkt des Eggerzuges, zurückkehrt.

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Am Monatsletzten im Oktober 2019 hat der nach Hamm Rbf zurückkehrende Eggerzug nur leichte Fracht am Haken, als der Kameraverschluß als "Beifang" zum vier Minuten vorauslaufenden Braunkohlestaubleerzug kurz vor Mittag bei Geisecke ausgelöst wurde. Da zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 die Fahrzeiten auf den späten Nachmittag verschoben wurden, kann man die Quasi-Stammlok 265 028 bei Sonnenschein hier nun nur noch mit Seitenschatten bildlich verewigen.

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Nach fast dreijähriger, ununterbrochener Voith Gravita-Präsenz mussten am 11. Mai 2016 sämtliche DB-265 vorsorglich wegen Softwareproblemen in der Getriebsteuerung vorrübergehend abgestellt werden. Ging die Traktion notgedrungen ab 12.05.2016 wieder auf die schwächere Baureihe 294 (daher zumeist in Sandwich-Bespannung) über, holte DB Cargo Hagen dann -womit wohl keiner je gerechnet hätte- mit 218 460 der Westfrankenbahn altbewährte Dieselloktechnik zurück an den Eggerzug.

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Somit konnte nach 14 Jahren Abstinenz nochmals die BR 218 mit planmäßigen Güterzügen im Oberen Ruhrtal erlebt werden. Dieses Schauspiel währte allerdings nur drei Wochen, sodass bis zur Wiederinbetriebnahme der Baureihe 265 am 23.08.2016 die 294 vom Standort Schwerte im Eggerzugdienst beobachtet werden konnten.

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