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"Tausendfüßler" in Südwestfalen:
Walzenständer- und Transformatortransporte

 •   Allgemeine Informationen
 •   Transportwagen Informationen zu Tieflade- und Tragschnabelwagen
 •   Walzenständertransporte Bauteiltransporte zu SMS Siemag nach Dahlbruch
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 •   Schablonenfahrten Lichtraumprofil-Probefahrten
 •   Strecke 2550 Transporte Strecke Hagen – Warburg
 •   Strecke 2841 Transporte Strecke Schwerte – Iserlohn
 •   Strecke 2852, 2850 u. 2853 Transporte Strecke Unna – Fröndenberg – Balve und – Hemer
 •   Strecke 2854 Transporte Strecke Nuttlar – Winterberg
 •   Strecke 2961 Transporte Strecke Brilon Wald – Büren
 •   Strecke 9286 Transporte Strecke Hamm Rbf – Schmehausen

 •  Allgemeine Informationen

Auf südwestfälischen Gleisen sind in der Regel nur zwei schwerstlastige Güter zu transportieren: Großtransformatoren regionaler Energieversorger von und zu den Hoch- und Höchstspannungsanlagen in Südwestfalen sowie Walzenständer zur Bearbeitung bei SMS Siemag in Dahlbruch am Fuße des Rothaargebirges.

Der Bedarf an solchen Transporten ist allerdings äußerst gering. Hoch- und Höchstspannungsanlagen werden nur nach Neu- und Umbauten bzw. im Falle von selten auftretenden Schäden mit neuen Transformatoren bestückt. Die Anzahl der Walzenständertransporte hängt von der weltweiten Neu- oder Umbaurate an Walzwerken ab.

Allgemeine Informationen, Bildleiste 1

Betrieblich werden derartige Transporte in der Regel als Züge mit Lademaßüberschreitung durchgeführt, da je nach Strecke und Ladegut kein anderer "LÜ-Transport" dem Verband entgegen kommen darf oder bei besonderer Überbreite sogar gar keine Zugbegegnung stattfinden kann. Entsprechend werden die Fahrten den Kategorien LÜ "Cäsar" oder "Dora" zugeordnet, woraufhin jeder Fahrdienstleiter entsprechende Begegnungsverbote beachten und den Zugverkehr entsprechend regeln muß.

Die Tragschnabelwagen sind in der Regel auch mit Verschubeinrichtungen ausgestattet. Wie auch beim Uaai 839 lässt sich die Last dann mit den Tragschnäbeln seitlich und in der Höhe per Hydraulik verschieben, um Engstellen im Fahrweg wie Bahnsteige, Signalmasten und Tunnel sicher passieren zu können. Dazu wird auch ein vorauslaufender Begleiterwagen mit Beobachtungsstand und Profilmesstafeln mitgeführt, von wo aus die Hindernisse lokalisiert werden. Bei einem Wintertransport konnte Josef Stolte das von der Blockstelle Eschental und am Einfahrtsignal Brilon Wald bildlich dokumentieren:

         

Trafotransport Blockstelle Eschental und Esig Brilon Wald, Winter 1979 Aufnahmen: Josef Stolte

Noch seltener queren auch schon mal andere Schwerlasttransporte südwestfälisches Gebiet. So beispielsweise diese LÜ-Sendung Cäsar mit Überbreite am 14. April 1988 auf dem mit Drehschemeln ausgestatteten Uaai 812 (SEAG ⁄ 1970) und 218 144 bei Obereimer –baustellenbedingt leider auf dem Gegengleis– via Warburg nach Walldürn:

    
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218 144 mit überbreitem Gußteil als LÜ-Sendung auf Uaai 812 (995 0 930) nach Walldürn, bei Obereimer, 14.04.1988
(Zum Vergrößern bitte anklicken)

Zu Bundesbahnzeiten waren bis auf wenige Exemplare an Tragschnabelwagen der hiesigen Versorgungsunternehmen alle Schwerlastwagen im Eigentum der DB. Im ehemaligen Ausbesserungswerk Schwerte hatte die Eisenbahnschwerlastgruppe ihre Heimat. Nach der Privatisierung ging das Schwerlastgeschäft auf die Firma Heavy Cargo Services in Hanau über.

Heute gibt es einige wenige auf Bahnschwerlasttransporte spezialisierte Speditionen. Neben DAHER (in der HCS aufgegangen ist) mit dem Standort im ehemaligen Bw Hagen-Eckesey sind dies die Firma Kübler und der deutsche Ableger der östereichischen Firma Felbermayr. Einige der Höchstspannungsnetzbetreiber erledigen aber auch heute noch ihre mittelschweren Transporte auf 20-achsigen Tragschnabelwagen selbst, unter anderem Amprion aus Dortmund.

Am Rande seien hier noch die Anfang der neunziger Jahre auf der Strecke von Schmehausen über Hamm ins atomare Zwischenlager Ahaus durchgeführten Schwertransporte mit Castoren zum Transport der Brennelemente aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Schmehausen auf achtachsigen Spezialwagen erwähnt, die aber stets unter strenger Geheimhaltung immer nur nächtens stattfanden und von denen keine Bilddokumente bekannt sind.

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 •  Transportwagen

Die Tragwagen sind alle der Gattung U mit entsprechend ihrer Eigenschaften weiteren Kennbuchstaben zugeordnet und bezeichnet. Es wurden immer nur wenige Exemplare einer Gattung gebaut, etwa ein Drittel der Wagen sind sogar Einzelstücke. So auch der große Uaai-Tragschnabelwagen der Bauart 839, der sich dabei in Südwestfalen eher selten blicken lässt. Wenn, dann in der Nacht oder tagsüber abgestellt auf einem größeren Bahnhof, wie am 22. Mai 1983 in Soest:

    

(Trafotransport auf Uaai 839 abgestellt im Bf. Soest, 22.05.1983

Während die Walzenständertransporte auf Tragschnabelwagen mit Durchladeträger erfolgen, so sind die Großtransformatoren in der Regel beim Transport ein Teil des Wagens. Die bauliche Konzeption ermöglicht es, sie mit riesigen Bolzen zwischen den Tragschnäbeln zu fixieren. Einen solchen Großtrafotransport ins Sauerland lichtete Josef Stolte am 21. Oktober 1979 mit Zuglok 216 164 und dem DB-32achser Uaai 839 bei Beringhausen und in Messinghausen ab:

      
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Trafotransport mit DB-Uaai 839 (997 2 901) ins Sauerland, 21.10.1979 Aufnahmen: Josef Stolte
(zum Vergrößern bitte anklicken)

Wagenbauarten, Bildleiste 1

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick der zumeist in unbeobachteten Transporten eingesetzten Wagen. Die Liste umfasst dabei nicht alle Schwerlastwagen, sondern nur bekanntgewordene und für diese Webseite interessante Exemplare. Sie enthält auch diejenigen einer aus dem Jahr 1956 stammenden Kleinserie von Tragschnabelwagen der damaligen Höchst- und Hochspannungsnetzbetreiber:

Wagen-
nummer
GattungStück-zahlAchsenHersteller ⁄ Baujahr Erst-
 eigentümer
 heutiger
 Eigner
 Bemerkungen
 993 6 211
 bis
 993 6 220
 Uaaikks
 764
106Waggon Union 1986 DR DAHER gekröpftes Tiefbett
 Traglast: 84 to
 994 5 900

 994 5 901
 Uaais 77928Waggon Union 1978
Waggon Union 1987
 DB DAHER gekröpftes Tiefbett
 Traglast: 130 to
 995 0 000 Uaai 571.9110MAN 1937 VEW  Einsatzende ca. 1995
 995 0 910
 995 0 911
 995 0 912
 Uaai 806310MAN 1957
MAN 1960
Krupp 1964
 DB DAHER ++ 1994
 ++ 1994
 i.D.
 995 0 930 Uaai 812110SEAG 1970 DB DAHER Drehschemelwagen
 Traglast: 190 to
 995 3 207
 995 3 208
 995 3 209
 995 3 210
 Uaais 819412Waggon Union 1986 DR DAHER gekröpftes Tiefbett
 996 0 000 Uaai 685.9120MAN 1956 VEW RWE Einsatzende 2002,
 später verschrottet
 996 0 001 Uaai 688.9120MAN 1956 Preußen
 Elektra
 E.ON Netz
 996 0 002 Uaai 684.9120MAN 1956 RWE Amprion
 996 0 003  Uaai 687.9120MAN 1956 RWE Amprion
 996 0 004 Uaai 687.9120MAN 1956 Bayernwerk DAHER 2013 von E.ON
 übernommen
 996 0 005 Uaai 687.9120MAN 1956 Badenwerk Kübler Ende 2013 von EnBW
 übernommen
 996 0 404
 996 0 405
 Uaai 831220Waggon Union 1987 DR DAHER Mai 2014: Tiefbett von
 996 0 000 angepasst
 996 0 900 Uaai 836120MAN 1964 DB DAHER Traglast: 317 to
 996 4 901 Uaai 837124Krupp 1970 DB DAHER 1997 aus Uaai 839
 dauerhaft umgebaut
 Traglast: 398 to
 996 4 900 Uaai 838124Krupp 1973 DB DAHER Traglast: 341 to
 996 4 001 Uaai124Krupp 1978 Felbermayr Felbermayr
 996 4 002 TSW 348124Legios 2016 Kübler Kübler Nachbau von
 Krupp 996 4 001
 997 2 901 Uaai 839132Krupp 1973 DB DAHER Traglast: 454 to
 997 3 320
 bis
 997 2 323
 Uaai432ITB Skoda 1987 Felbermayr Felbermayr
Quellen:
Foren auf www.drehscheibe-online, www.4m-ladegueter.de, DAHER, Kübler Spedition, Tiefladewagenliste auf der Webseite von Familie Linberg

Für den Transport der "kleineren" Transformatoren eignen sich die diversen Tragwagen der Bauarten Uaai ohne seitliche Verschubmöglichkeit der Ladefläche. Der Versorger VEW besaß bis Mitte der neunziger Jahre dazu den eigenen Uaai 571.9 (letzte Wagennummer 33 80 995 0 000), im Jahre 1937 von MAN gebaut:

    
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110 kV-Trafotausch mit Uaai 571.9 (995 0 000) und Uaai 806 (995 0 912), Ladestrasse Winterberg, Februar 1992 (Aufnahme: Ralf Peter Busch)

Die zu transportierenden Lasten wiegen dabei je nach Hersteller bzw. Bauart der Transformatoren im 110 kV-Bereich zwischen 80 und 135 Tonnen, für die 220- und 380-kV-Trafos ab 180 bis zu 450 Tonnen. Wurden die 110 kV-Transporte bis in die achtziger Jahre immer möglichst weit auf dem Schienenweg abgewickelt, so finden diese heute in der Regel komplett auf dem Straßenweg mittels Schwertransport-Tieflader statt. Ausnahmen bilden die Anlagen, die straßenseitig nicht oder nur sehr schlecht erreichbar sind, wie beispielsweise das UW Bigge. Lediglich die 220 kV- und 380 kV-Drosselspulen sind nach wie vor auf den Bahntransport angewiesen.

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 •  Walzenständertransporte

Die an der Rothaarbahn gelegene SMS Siemag baut große Walzwerksanlagen. Hierzu kommen immer wieder teilweise im Ausland gefertigte Rohteile nach Dahlbruch zur Endbearbeitung. So auch riesige Walzenständer, die auf Tragschnabelwagen verladen angeliefert bzw. versandt werden. Die SMS Siemag besitzt zum Umschlag einen eigenen Gleisanschluss. Die Lademaß überschreitenden Transporte müssen zum Teil große Umwege in Kauf nehmen, um zum Zielbahnhof zu gelangen.

Am Abend des 09. April 1988 konnte zum Beispiel 218 132 mit einem auf den 20-achsigen Uaai 836 (MAN ⁄ 1964) aufgelasteten Werkstück den weiten Umweg durchs Obere Ruhrtal über Kassel und Gießen ins Siegerland nach Dahlbruch fahrend bei Wennemen gesichtet werden.

    
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218 132 mit Walzenständertransport auf Uaai 836 (996 0 900) nach Dahlbruch, Wennemen 09.04.1988
(Zum Vergrößern bitte anklicken)

Walzenständertransporte, Bildleiste 1.1

In jüngerer Zeit fanden nach zwei Transporten im Jahr 2012 Anfang 2015 zwei weitere Fahrten mit dem "kleinen" Uaai 838 (996 4 900, 24 Achsen) von DAHER mit Walzenständern vom Duisburger Hafen ins Siegerland und zurück statt.

Walzenständertransporte, Bildleiste 2.1

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 •  Transformatortransporte in Südwestfalen

Für die kleineren Transporte (110-kV- und 220 kV-Trafos) war bis zur Ausgliederung der Amprion GmbH die RWE-eigene Rhein-Ruhr Netzservicegesellschaft mit Sitz in Dortmund zuständig. Diese besitzt heute noch zwei der zwanzigachsigen Tragschnabelwagen mit einer Eigenlast von 117 000 kg, um die etwa 160 Tonnen-"Leichtgewichte" aufzunehmen.

Diese Wagen stammen aus einer Kleinserie von 6 Stück des Herstellers MAN (Baujahr 1956, Umbauten 1961 - 1965) für die damaligen Höchstspannungsnetzbetreiber in Deutschland. Fuhr das Begleitpersonal früher noch in den beengten Kabinen auf den Uaai-Wagen mit, so stehen heute bei Amprion hierfür die Begleiterwagen 60-80-092 3 040 und 041 (ehemalige DB-Bauzugwagen) zur Verfügung.

Besaßen früher alle neben Bahntrassen gelegene Umspannwerke einen eigenen Gleisanschluß, so werden wie oben schon erwähnt seit Mitte der neunziger Jahre alle 110 kV-Trafos im Normalfall auf der Straße befördert. Lediglich die 220 kV- und 380 kV-Umformer sind auf den Schienenweg angewiesen, um nur kürzeste Straßenabschnitte nutzen zu müssen. In der folgenden Aufstellung sind die Umspannwerke in Südwestfalen alphabetisch gelistet, welche mit Anschlussgleis ausgerüstet sind bzw. waren:

Anlageaktuelles
EVU
Spannungs-
ebene (kV)
DS 100 ⁄ 2Letzte bekannte
Bedienung
Bemerkungen
UW ArnsbergRWE ⁄ Westnetz110EARBVerbindungsgleis abgebaut
UW BalveRWE ⁄ Westnetz110EBAV09.08.1988Nutzung Bahnhofsgleis,
UW-Erstbestückung
UW BeleckeRWE ⁄ Westnetz110EBLKAnst, WLE-Strecke
UW BiggeRWE ⁄ Westnetz110EVWE15.08.2018Awanst, Einbindung in ESTW-
Stellwerk Bestwig Ende 2013
UW BürenRWE ⁄ Westnetzex 220, 110EVWA07.12.2012Anschlussbahn (Rekostein-)
Nehden - Büren
Gla Am Bühl 12.2014 abgebaut
KKW ElverlingsenENERVIE ⁄ Mark E220, 110EMKE16.09.2007Awanst, Kohlekraftwerk
UW ErndtebrückRWE ⁄ Westnetz110EVWEBerghausen
Anst 04.2010 abgebaut
UW EversbergRWE ⁄ Westnetz110EEV1991Gla, wl Vb,
UW-Erstbestückung
UW GarenfeldRWE ⁄ Westnetz380ERWK10.09.2007Hst Hennen, wl Vb
WKW Hagen-HengsteyRWE Power220EHGSI08.05.2007Awanst, Koepchenwerk
UW HemerRWE ⁄ Westnetz110EHEMGla 03.2005 abgebaut
UW HördeDEW21 ⁄ Dortmund Netz GmbH110EDHGla 20.07.2015 abgebaut
UW KorbachE.ON110FKOBNutzung Bahnhofsgleis
UW KruckelAmprion380EDKE08.12.2015Awanst, 2012 auf 380 kV hochgerüstet
UW LaaspheRWE ⁄ Westnetz110EVWLAnst abgebaut
UW LangschedeRWE110ELSDGla abgebaut
UW Letmathe GennaVEW110ELEstillgelegt 30.06.1994, Gla abgebaut
UW Lippstadt-RoßfeldRWE ⁄ Westnetz110ELPPGla vor 2011 betrieblich gesperrt
UW MeschedeRWE ⁄ Westnetz110EMSD09.10.2002Alttrafoabholung mit 232 303,
Gla 2009 abgebaut
UW MessinghausenRWE ⁄ Westnetz30EMSNBahnhofsgleis abgebaut
UW MendenRWE ⁄ Westnetz110ERWM22.10.1990Anst 1991 abgebaut
UW NehdenAmprion380, 110EVWA12.02.2018Abholung entladener Felbermayer-Uaai, Anschlussbahn
Rekostein - Nehden (-Büren)
UW NiedereimerRWE ⁄ Westnetz110ENDE1999RLG-Strecke,
UW-Erstbestückung
UW Plettenberg-OhleENERVIE ⁄Mark E110EPLTGla abgebaut
UW OstönnenRWE ⁄ Westnetz110EOTN2000Neubestückung nach Umbau 2000
Awanst 2012 abgebaut
UW SchmallenbergRWE ⁄ Westnetz110EVWSGesamtverkehr am 30.12.1994 eingestellt
KKW SchmehausenRWE Power380ESMH08.12.2015RLG-Strecke
WKW SieselENERVIE ⁄ Mark E110EMKSAwanst abgebaut
UW Soest SüdRWE ⁄ Westnetz110ESOSca. 1985Anst, RLG-Strecke 2001 stillgelegt,
UW-Erstbestückung
UW SundernRWE ⁄ Westnetz110ESUD04.03.1991Nutzung Bahnhofsgleis
UW SümmernRWE ⁄ Westnetz220ERWK10.09.2007Hst Hennen, wl Vb
UW UnnaAmprion380, 110EVWUAnst
UW WinterbergRWE ⁄ Westnetz110EWTB00.02.1992Nutzung Bahnhofsgleis
Anst=Anschlussstelle, Awanst= Ausweichanschlussstelle, Gla=Gleisanschluß, wl Vb =weichenlose Verbindung

Gelegentlich lassen sich auf der Hellwegstrecke durchreisende Schwersttransporte mit 380 kV-Trafos mit dem 1973 von Krupp gebauten 32-achsigen Tragschnabelwagen 86-80-997 2 901-4 –ein Einzelstück– beobachten. Da diese Fahrten jedoch ausschließlich in den Nachtstunden durchgeführt werden, kann man tagsüber seltenerweise mal eine Zwischenabstellung auf einem der Unterwegsbahnhöfe fotografieren.

Der ehemals zur DB-Eisenbahnschwerlastgruppe Schwerte zugehörige Wagen wurde mit der Bahnprivatisierung wie seine anderen DB-Kollegen der Gattung U der DAHER-HCS (heute DAHER) übereignet, von wo aus der Wagen auch heute noch im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz kommt. Auch im Raum Südwestfalen und direkt angrenzend kommt der größte Spezialwagen der Gattung Uaai sehr selten zu den Anschlüssen der UW Nehden, UW Unna, KKW Schmehausen, UW Sümmern und UW Kruckel zum Einsatz. Gelegentlich werden auch "etwas kleinere" 220 kV-Großtransformatoren aus der 250-Tonnen-Klasse mit dem Einzelgänger umgesetzt.

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 •  Schablonenfahrten

Nach der erfolgten Erweiterung der 380 kV-Umspannanlage der Amprion in Nehden erfuhr das Streckenstück Bft Egger Rekostein – UW Nehden der Almetalbahn im Februar 2017 eine nochmalige Komplettsanierung des Oberbaus zur Erhöhung der Tragfähigkeit mit Betonschwellen und schweren Schienenprofilen. Nach der Fertigstellung beantragte der Energieversorger Amprion im April bei DB Netz die Zustellung einer benötigten Kompensationsdrosselspule mittels Schwertransport, welche wegen dem noch nicht vermessenen Lichtraumprofil im Gudenhagener Tunnel nach der Gleiserneuerung im Jahre 2007 abgelehnt wurde.

Daraufhin kam es in der Nacht von Sonntag, den 02. Juli auf Montag, den 03. Juli 2017 zu einer Schablonenfahrt mit einem der vier 32-achser Uaai der Fa. Felbermayr aus Österreich (Pedant zum deutschen Uaai 839). An dem eingehängten Durchladeträger montierte man ein Holzgerüst mit den Abmaßen und dem Querprofil des zu transportierenden Trafos. Um 23.20 Uhr setzte sich der "Messzug" in der Reihung V 100 2091 (VEB Vulkaneifelbahn Betriebsgesellschaft), Materialwagen Hbillns-u 21 81 247 3 211-4, Aufenthaltswagen 63 56 992 9 036-0 und Schwerlastwagen Uaai 83 81 997 2 323-3 von Brilon Wald aus in Richtung Brilon Stadt in Bewegung.

Profilmessfahrt mit Felbermayr-Uaai, Bildleiste 1

Die Messfahrt offenbarte eine im Bogen gelegene Engstelle im Deckengewölbe, sodass auf Kosten des Umspannwerkbetreibers das Gleis im Tunnel Ende 2017 um ca. 20 cm abgesenkt wurden, damit der Spulentyp mit seinen Abmaßen durchpasst. Die finale Anlieferung des Bauteils erfolgte schließlich am 08.02.2018 ohne Probleme.

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 •  Transporte Strecke Hagen – Warburg

Die Obere Ruhrtalbahn dient heute nur noch als Durchgangsstrecke für Schwerlasttransporte. Die Anschlußgleise im Arnsberger und Mescheder Bahnhof sind lange zurückgebaut. Einzig in Eversberg existiert weiterhin eine herzstücklose Verbindung, nachdem die Gleise zur Schotterverladung abgebunden wurden.

Strecke Hagen – Warburg, Bildleiste 1


Strecke Hagen – Warburg, Bildleiste 2

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 •  Transporte Strecke Schwerte – Iserlohn

An der Ardeybahn befindet sich im ehemaligen Bahnhof Hennen das mit einer herzstücklosen Weiche angebundene Ladegleis für Transporte von und zu den Umspannanlagen Bixterheide bei Sümmern sowie Garenfeld bei Hagen-Berchum. Für den letztgenannten Standort wird es im Zuge der Nord-Süd-Stromtrasse zur Aufstellung von vier neuen 380-kV Transformatoren kommen.

Da die Ruhrbrücke bei Ergste aufgrund der Achslast für diese Aufgabe nicht tragfähig genug ist, kam es 2017 zum Einbau von zwei herzstücklosen Weichen im Iserlohner Stadtbahnhof, um dort von den ansonsten nicht mehr verbundenen Endhaltepunktgleisen einen Wechsel von Zügen von Lethmathe nach Hennen zu gewähren. Im Falle eines Transportes sind also gleich drei Gleisverschwenkungen vorzunehmen, damit die guten Stücke die Ladestraße in Hennen erreichen können.

UW Bixterheide, Bildleiste 1.1

UW Garenfeld, Bildleiste 2.1

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 •  Transporte Strecke Unna – Fröndenberg – Balve und – Hemer

Im Industriepark im Südosten von Unna befindet sich die große Umspannanlage von Amprion. Diese besitzt auch heute noch ein Anschlußgleis, um den dort installierten 380 kV-Transformator auswechseln zu können. Seit der Errichtung der Anlage ist dies aber noch nicht vorgekommen. Bis Anfang der neunziger Jahre wurden noch 110 kV-Trafos für die UW Menden Balve und Hemer auf dem südlichen Teil transportiert.

UW Unna, Menden, Hemer und Balve, Bildleiste 1

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 •  Transporte Strecke Nuttlar – Winterberg

An der Winterberger Strecke wurde früher neben dem Umspannwerk Bigge auch die Winterberger Ladestraße mit 110 kV-Trafotransporten bedient. Während in Bigge ein eigenes Anschlußgleis existiert, musste in Winterberg noch ein kurzes Stück auf der Straße mittels Tieflader überbrückt werden.

UW Bigge, Bildleiste 1

Da die Anlage Bigge mittels Straßentieflader selbst für 110 kV-Trafos nicht erreichbar ist, stehen hier des öfteren Schientransporte an, wobei "des öfteren" natürlich relativ zu betrachten ist. Etwa alle 3 - 5 Jahre findet ein Transport statt, wobei immer direkt zwei Tragwagen im Zugverband zum Einsatz kommen, um einen Neuen anliefern und den Abzutransportierenden gleich wieder mitnehmen zu können.

UW Bigge, Bildleiste 2

UW Bigge, Bildleiste 3

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 •  Transporte Strecke Brilon Wald – Büren

Für die nur sehr bedingt straßentauglichen 220 kVTrafotransporte pachtete einst 1979 der Stromversorger VEW (im Jahre 2000 in RWE aufgegangen) die Linie Alme - Büren, welche 1985 saniert wurde. Nach der Stilllegung des Gleises zwischen Rekostein Anst und Alme durch die DB zum 30.05.1992 wurde auch dieses Streckenstück 1995 dazugepachtet und nach Unwetterschäden im August 1995 saniert. Die Geburtsstunde der Ausflugsverkehre auf der Pachtstrecke im Almetal (zunächst mit einem alten, generatorbetriebenen Dortmunder Straßenbahnwagen) war bereits 1981.

UW Nehden, Bildleiste 1.1

Im Zuge der langfristig erfolgenden Umstrukturierungen der Höchstspannungsnetze wurden an der heute von Amprion, vormals RWE, früher VEW gepachteten DB-Strecke Rekostein Anst – Büren die Anlagen Nehden und Büren größeren Umbauten unterzogen. Da bei RWE die 220 kV-Spannungsebene ganz eingestellt werden sollte, wurde in Folge dessen die Schaltanlage Nehden im Zeitraum 2003 bis 2005 in eine Schalt- und Umspannanlage (380 kV ⁄ 110 kV) umgerüstet (hier besteht eine Netzverknüpfung mit der E.ON-Leitung Richtung Twistetal).

UW Nehden, Bildleiste 2.1

Nachdem in Nehden zuletzt im Juni 1997 ein zwischengelagerter Großtrafo abtransportiert wurde, kam dort am 18. Mai 2003 mit der Anlieferung eines ersten, neuen 380 kV-Trafos durch die Lok 26 der Westfälischen Almetalbahn wieder Leben auf die Strecke (DGS 75170). Bis zum Pachtende am 31.12.2014 konnte sonst nur der Ausflugsverkehr der früheren Westfälischen Almetalbahn e.V. (1998 als Waldbahn Almetal e.V. neu gegründet) hier gesichtet werden.

    
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WAB 26 mit Trafotransport DGS 75170 nach Nehden in Brilon Wald (18.05.2003)
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Im November 2004 ging dann der erste Bauabschnitt im UW Nehden in Betrieb, mittlerweile ist diese Anlage fertiggestellt, sodass mit der Abholung eines Leerwagens am 20.12.2005 mit 294 385 die zunächst letzte Bedienung im Zuge der Umrüstung stattfand.

UW Büren, Bildleiste 1.1

Darauffolgend kam es bei der aus dem Jahre 1970 stammenden 220 kV-Anlage in Büren zu einer Herunterrüstung auf 110 kV, die Leitungen vom Kraftwerk Schmehausen bei Hamm werden heute nur noch mit dieser Spannung betrieben. Im Jahre 2011 brachte die RWE dann ihre 220- und 380-kV-Netze und Anlagen in die neu gegründete Amprion GmbH ein, die 110 kV-Anlagen und -Netze gingen auf die RWE-eigene Netzgesellschaft Westnetz über. Im Zuge der Umstellungs- und Übereignungsmaßnahmen wurden auch die drei alten Bürener 220 kV-Trafos (ebenfalls Baujahr 1970) der Hersteller SCHORCH und BBC sukzzesive zu neuen Verwendungsstellen abtransportiert.

UW Büren, Bildleiste 2.1

Durch die Fa. Bahnbau Becker wurde mittels Zweiwegebagger der Streckenoberbau Anfang 2009 bis zum Umspannwerk Büren für die Abholung der 1970 angelieferten Trafos wieder fit gemacht. Die Abtransporte erfolgten am 20.03.2009 (Münster), 29.04.2010 (Rommerskirchen) und am 23.03.2012 (Hattingen). Bei dem ersten der abgewickelten Transporte wurde 2009 auf dem Hinweg noch ein Großtrafo als Schulungsobjekt aus Oberhausen-Sterkrade nach Büren umgesetzt, der von dort jedoch nach dem Verkauf des Höchstspannungsnetzes an die Amprion GmbH am 07.12.2012 als allerletzter Großtrafotransport vom heutigen RWE ⁄ Westnetzgelände wieder abgeholt wurde.

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"Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen" oder besser gesagt fahren: Das Nadelöhr für die Transporte auf der Almetalstrecke war schon immer der Gudenhagener Tunnel. Bei einem Transport am 08. Februar 2018 konnten diese Szenen unmittelbar vor der Tunneleinfahrt und durch den Transportingenieur auch einmal im Tunnel beim Zufahren auf die engste Stelle dokumentiert werden:

      

Trafotransport mit Felbermayer-Uaai durch den Gudenhagener Tunnel, 08.02.2018 Aufnahmen: Martin Zöllner, Heiko Kußmann
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Schlußendlich zum 31.12.2014 kündigte die Amprion GmbH als heutiger Streckenpächter den Vertrag sowie den Überlassungsvertrag mit der Waldbahn Almetal für den nicht mehr benötigten Abschnitt UW Nehden (km 47,1) – UW Büren (km 28,1) auf, da nur noch die 500 Meter Gleis zwischen Egger Bft Rekostein (km 47,6) und Nehden (km 47,1) für eventuelle 380 kV-Trafotransporte benötigt werden.

UW Büren, Bildleiste 3.1

Der letztgenannte Abschnitt wurde im März 2012 (ebenfalls durch die Fa. Bahnbau Becker) mit Schienen- und Schwellenerneuerungen saniert. Gemäß dem ursprünglichen Pachtvertrag sollte der Oberbau des an DB Netz zurückfallenden Streckenabschnittes abgebaut werden, was aber bis dato nicht erfolgte. Da die Strecke seit 2015 rechtlich eine stillgelegte DB-Infrastruktur darstellt, musste auch der nach EBO durchgeführte Schienenbusausflugsverkehr durch die Waldbahn Almetal beendet werden. Am 08.02.2018 erfolgte mit der Anlieferung einer zur Ausgleichung von Netzschwankungen benötigten Kompesationsdrosselspule der nun erst einmal letzte Trafotransport im Zuge der nochmaligen Erweiterung der Anlage Nehden.

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 •  Transporte Strecke Hamm – Schmehausen

In Schmehausen zwischen Hamm und Lippborg existiert für das dortige Kohlekraftwerk Westfalen eine große Umspannanlage zur Einspeisung des Kohlestroms. Einst wurde hier natürlich auch die Energie aus dem nie über den Probebetrieb hinausgekommenen Atomkraftwerk eingespeist. Selten sind hier Trafos im Zuge der geplanten Abschaffung der mittleren 220 kV-Spannungsübertragungsebene zu tauschen.

Von den nächtlichen Schwerlasttransporten zum Verbringen der Kugeln des Atomreaktors zum Zwischenlager Ahaus Anfang der neunziger Jahre sind keine Bilddokumente bekannt. Je nach Last muss hier als Zufuhrstrecke auch schon mal die Güterzugverbindungskurve vom Rbf Hamm nach Rhynern aus Richtung Rhynern herhalten, da die Brücken über die Hauptstrecken Hamm – Unna und Hamm – Dortmund nur begrenzte Last tragen können.

UW Schmehausen, Bildleiste 1

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